HPV

Namenszusatz Humanes-Papilloma-Virus
Kurzbeschreibung

Humane Papillomaviren sind DNA-Viren, von denen mittlerweile mehr als 100 verschiedene Typen bekannt sind.

Sie infizieren Epithelzellen der Haut und verschiedener Schleimhäute und können bei den infizierten Zellen ein unkontrolliertes tumorartiges Wachstum hervorrufen.

Je nach HPV-Subtyp ("low-risk" oder "high-risk") können die Viren gutartiges oder bösartiges Wachstum hervorrufen.

 

Einteilung

Die genitalen HPV-Typen werden in zwei Gruppen einteilt, die Niedrigrisiko- (low risk-) und die Hochrisiko- (high risk-)Typen.

Die Einteilung geschieht aufgrund des Risikotyps: Einige Erreger treten extrem gehäuft im Zusammenhang mit Karzinomen (v.a. Cervixkarzinom) auf.

  • Die Hochrisiko-Typen sind bei 99,7 % aller Fälle von Zervixkarzinome nachweisbar. Die Mehrheit dieser Karzinome (etwa 70 %) wiederum wird durch die Hochrisikotypen 16 und 18 hervorgerufen, gefolgt von den Genotypen 31 und 33. 
  • Die Niedrigrisiko-Typen sind fast nie direkt an der Entwicklung eines Zervixkarzinoms beteiligt. Bei multiplen Infektionen (Infektionen mit mehr als einem HPV-Genotyp) können sie aber auch in Zervixkarzinomen nachgewiesen werden, dann jedoch zusammen mit einem klinisch relevanten Hochrisikotyp.
  • Zu den „low-risk“-Viren werden HPV 6 und 11 gezählt (=Hauptverursacher von Warzen in Genitalbereich = Condylomata acuminata). Weitere Low-risk-Typen sind 40, 42, 43, 44, 54, 61, 70, 72, 81 und CP6108.
  • Die Viren aus der "high-risk“- Gruppe sind v.a. HPV 16, 18, 31 und 33, aber auch 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Bei beinahe jedem  Zervixkarzinom  ist mindestens eine der High-risk-HPV-Gruppen nachweisbar.

 

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat 2005 die Genotypen 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59 und 66 offiziell als krebserregend eingestuft. Die gefährlichen Virusuntergruppen sind nachweislich nicht nur an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt, sondern man findet sie auch bei Krebserkrankungen des Penis, der Vulva, des Anus und des Mund- und Rachenraumes.

 

Übertragung

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich über Hautkontakt, bei bestimmten Virentypen primär durch ungeschützten Sexualverkehr (Genital-, Anal- oder Oralverkehr). Die HPV-Infektion ist daher eine der häufigsten STD (sexually transmitted disease). Oft bleibt die Ansteckung unbemerkt. Kondome führen zu einer Reduktion des Ansteckungsrisikos, sofern sie den Kontakt mit krankheitsbedingten Hautveränderungen oder erregerhaltigen Körperflüssigkeiten verhindern.

Seltenere Übertragungsmöglichkeiten sind das gemeinsame Benutzten von Handtüchern, Trinkgläsern oder Zahnbürsten.

 

Häufigkeit

  • Bei Frauen <30 Jahren liegt die Infektionsrate bei bis zu 25 %.
  • Bei über 30-Jährigen beträgt sie immer noch bis 8 %.

Die HPV-Infektion heilt häufig innerhalb von Monaten bis hin zu anderthalb Jahren ab. Die generelle Immunitätslage der Frau spielt hierbei eine wichtige Rolle.

Allgemeine Zahlen zu den Infektionsraten bei Männern gibt es nicht, da es keine Vorsorgeuntersuchungen in diesem Bereich gibt. 

Wenn einer der Partner Läsionen aufweist, ist auch der andere mit hoher Wahrscheinlichkeit mit HPV infiziert. Bei bis zu 70 % der männlichen Partner einer Frau, die im HPV-Screening positiv getestet wurde, besteht ebenfalls eine (unbemerkte) Infektion. 

 

Prävention

  • Die HPV Impfung ist in Österreich seit 2014 in das kostenfreie Schulimpfprogramm für Mädchen und Buben der 4. Schulklasse (im 10. Lebensjahr) aufgenommen: "Die geschlechtsneutrale Impfung hat hohen epidemiologischen Nutzen, da nur auf diesem Weg die Infektkette möglichst rasch durchbrochen werden kann und nachfolgend mit einem Herdenschutz zu rechnen sein wird."
  • Eine weitere effektive Maßnahme zur Vermeidung einer Ansteckung ist die Verwendung von Kondomen, wodurch sich das Risiko einer HPV-Infektion deutlich senken, aber nicht gänzlich verhindern lässt. 

 

Einheit

positiv/negativ

Referenzbereich

negativ

Referenzbereich Detail

Nachweis von HPV Typ 16 und 18 sowie HPV "high risk Typen" ohne Aufschlüsselung des Typs.

Analysenmethode

PCR

Luminometrisches Prinzip

Probenabarbeitungshäufigkeit

Täglich

Probenmaterial

Cervixabstrich

Stabilität bei 2-8°C 1 Woche
Kassenleistung GKK ja
Kassenleistung Kleine Kassen ja
Durchführung

Versand an Partnerlabor

Akkreditiert

nein

Letzte Änderung 15.10.2015 - 10:29
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