Hantavirus-Antikörper

Namenszusatz Puumala, Dobrava, Hantaan
Kurzbeschreibung

Die Gattung Hantavirus (Familie der Bunyaviridae) umfasst mehrere humanpathogene Arten wie Hantaan-Virus, Puumala-Virus, Dobrava-Belgrad-Virus, Seoul-Virus, Korea-Fieber-Virus, Sin-Nombre-Virus.

 

Hantaviren zeigen eine weltweite Verbreitung. Die verschiedenen Viren sind geographisch in Abhängigkeit vom Vorkrommen ihrer Reservoirwirte verbreitet. Als Reservoire dienen spezifische Nager.

 

  • Puumala-Virus (Rötelmaus): Skandinavien und Mitteleuropa
  • Dobrava-Virus (Brandmaus bzw. Gelbhalsmaus):  Mittel- und NO-Europa bzw. Balkanstaaten
  • Hantaanvirus (Brandmaus): Asien
  • Seoul-Virus (Ratten): Asien
  • Sin-Nombre-Virus (Hirschmaus): USA, Amerika

 

Die Übertragung vom Tier auf den Menschen erfolgt inhalatorisch durch Aerosole und Stäube die virushaltige Ausscheidungen (Kot, Urin, Speichel) der Nager enthalten.

 

Symptomatik

Das Krankheitsbild wird unter dem Begriff "Hämorrhagisches Fieber mit Renalem Syndrom" HFRS zusammengefasst. 

Puumala ist hierzulande der häufigste Hantavirus-Erreger und verursacht meistens nur eine mild verlaufende Infektion (Nephropathie epidemica).

Die Erkrankung beginnt mit unspezifischen Allgemeinsymptomen und typischerweise Fieber (3-7 Tage andauernd). Danach folgt eine hypotensive Phase bis zum Schock. Eine renale Symptomatik mit Oligurie bis zur Dialysepflichtigkeit kann sich anschließen.

Bei Hanta-Viren die in am amerikanischen Kontinent vorkommen, steht eine schwere Pneumonie mit Lungenödem (Hantavirus-assoziiertes pulmonales Syndrom, HPS)  im Vordergrund.

Die Letalität hängt vom jeweiligen Virustyp abhängig. (Hantaan: 5-15%, Puumala: <1%)

 

Labordiagnostik

Die Diagnosestellung erfolgt bei entsprechender klinischer Symptomatik und Verdacht überwiegend serologisch mittels Antikörpernachweis für die entsprechenden Spezies.

IgG und IgM-Antikörper sind frühzeitig nachweisbar. Während die spezifischen IgM-Antikörper innerhalb von 2-3 Monaten verschwinden (Persistenz für 1-3 Jahre möglich), können IgG-Antikörper Jahre bis Jahrzehnte persisitieren.

Beweisend ist eine IgG-Serokonversion oder ein signifikanter Anstieg der Antikörper in einem Serumpaar (Abstand von 2-3 Wochen).

In Nicht-Endemiegebieten ist ein IgG-Nachweis stark hinweisend. In Endemiegebieten hingegen kann es sich dabei um einen Durchseuchungstiter handeln. 

Einheit

positiv/negativ

Referenzbereich

negativ

Analysenmethode

Indirekte Immunfluoreszenz

Probenabarbeitungshäufigkeit

Täglich

Probenmaterial

Serum

Stabilität bei 2-8°C 72 Stunden
Stabilität bei 15-25°C 24 Stunden
Kassenleistung GKK ja
Kassenleistung Kleine Kassen ja
Info zu Kassenleistung Kasse zahlt nur bei Puumala-Antikörpern
Durchführung

Versand an Partnerlabor

Akkreditiert

nein

Letzte Änderung 20.08.2015 - 15:41
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