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Amöben-Antigen (Stuhl)

Kurzbeschreibung

Die Amöbiasis wird durch die Infektion mit dem intestinalen Protozoon Entamoeba histolytica hervorgerufen. Es kann in unterschiedlichen Verlaufsformen auftreten. Einerseits gibt es asymptomatische Verläufe, bei denen infizierte Personen den Parasiten mit dem Stuhl ausscheiden ohne Zeichen einer Erkrankung. Über 90 % der Infektionen verlaufen symptomlos.  Andererseits findet man invasive Verläufe, bei denen der Parasit das Darmlumen verlässt, in das Gewebe eindringt und zu den bekannten klinischen Manifestationen, wie Amöbenruhr oder Amöbenleberabszess, führt.

Die Amöbiasis ist als typische Humanparasitose der Tropen bekannt, kann aber auch in gemäßigten Breiten auftreten. In Westeuropa spielt die Amöbiasis vor allem als importierte Infektion bei Reiserückkehrern eine Rolle.

 

Diagnostik

Die klassische Diagnostik der intestinalen Infektion mit E. histolytica beruht auf dem mikroskopischen Nachweis des Parasiten im Stuhl. Die Mikroskopie ist als orientierende Untersuchung für den Nachweis einer möglichen Amöbeninfektion oder zum Ausschluss anderer Darmparasiten bedeutsam. Es ist aber zu beachten, dass die Stuhlmikroskopie selbst bei erfahrenem Personal nur eine Sensitivität von weniger als 70 Prozent aufweist, sodass zum mikroskopischen Ausschluss einer Amöbeninfektion mindestens drei unabhänge Stuhlproben untersucht werden müssen.

Zum spezifischen Nachweis einer intestinalen E.-histolytica-Infektion werden Immundetektionsverfahren (ELISA) zum Nachweis von Amöbenantigen oder die Polymerasekettenreaktion (PCR) zum Nachweis von E.-histolytica-DNA direkt aus Stuhlproben angewendet.

Neben dem differenzierten Amöbendirektnachweis ist der serologische Nachweis spezifischer Antikörper eine wesentliche und oftmals richtungsweisende Hilfe in der Diagnostik, weil solche Antikörper bei mehr als 90 Prozent aller Patienten mit invasiver intestinaler, aber vor allem extraintestinaler Amöbiasis gefunden werden und meist bereits zu Beginn der klinischen Symptomatik vorhanden sind.

 

Jede Infektion mit E. histolytica ist grundsätzlich behandlungsbedürftig.

Maßnahmen zur Verhinderung einer Amöbeninfektion bestehen derzeit lediglich in der Expositionsprophylaxe durch entsprechende Hygiene

Einheit

positiv/negativ

Referenzbereich

negativ

Analysenmethode

ELISA

Probenabarbeitungshäufigkeit

2x/Woche

Probenmaterial

Stuhl

Probenstabilität maximal 2 Tage
Kassenleistung GKK ja
Kassenleistung Kleine Kassen ja
Durchführung

Versand an Partnerlabor

Akkreditiert

nein

Letzte Änderung 19.08.2016 - 14:11
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